IT A–Z

IT-Begriffe und Abkürzungen von A bis Z: ausgeschrieben und in ein bis zwei Sätzen erklärt, was dahintersteckt. Mehr Hintergrund bietet die Seite IT Fachwissen.

A

ACL – Access Control List
Regelliste, die festlegt, wer auf welche Dateien, Netze oder Dienste zugreifen darf.
AD – Active Directory
Verzeichnisdienst von Microsoft. Verwaltet Benutzer, Computer und Gruppen und ermöglicht die zentrale Anmeldung im Windows-Netz.
AES – Advanced Encryption Standard
Weit verbreitetes symmetrisches Verschlüsselungsverfahren. Dieselbe Schlüsselinformation ver- und entschlüsselt.
API – Application Programming Interface
Schnittstelle, über die Programme miteinander kommunizieren und Funktionen oder Daten bereitstellen.
APT – Advanced Persistent Threat
Gezielter Angriff, bei dem sich Angreifer über lange Zeit unbemerkt im Netz eines Opfers aufhalten.
ARP – Address Resolution Protocol
Ordnet im lokalen Netz IPv4-Adressen den zugehörigen MAC-Adressen zu.

B

BGP – Border Gateway Protocol
Routing-Protokoll, mit dem sich Netze (autonome Systeme) im Internet gegenseitig ihre Erreichbarkeit mitteilen.
BIOS – Basic Input/Output System
Firmware, die beim Einschalten die Hardware prüft und das Betriebssystem startet. Heute meist durch UEFI ersetzt.
BMC – Baseboard Management Controller
Kleiner Zusatzrechner auf Servern für die Fernverwaltung, auch bei ausgeschaltetem System. Grundlage von IPMI.
BYOD – Bring Your Own Device
Mitarbeitende nutzen private Geräte für die Arbeit. Braucht klare Sicherheitsregeln.

C

CA – Certificate Authority
Zertifizierungsstelle. Stellt digitale Zertifikate aus und bürgt damit für die Identität einer Website oder eines Dienstes.
CDN – Content Delivery Network
Verbund von Servern, der Inhalte weltweit nah beim Nutzer ausliefert und so Ladezeiten verkürzt.
CIDR – Classless Inter-Domain Routing
Schreibweise für IP-Netze mit Präfixlänge, zum Beispiel 192.168.1.0/24.
CLI – Command Line Interface
Bedienung per Texteingabe in einer Kommandozeile statt per Maus.
CPU – Central Processing Unit
Hauptprozessor. Führt die Programmbefehle eines Rechners aus.
CSRF – Cross-Site Request Forgery
Angriff, bei dem ein angemeldeter Browser unbemerkt eine Aktion auf einer anderen Website auslöst.
CSV – Comma-Separated Values
Einfaches Textformat für Tabellen. Die Werte sind durch Trennzeichen (Komma oder Semikolon) getrennt.

D

DDoS – Distributed Denial of Service
Überlastungsangriff aus vielen Quellen gleichzeitig, der einen Dienst unerreichbar machen soll.
DHCP – Dynamic Host Configuration Protocol
Verteilt automatisch IP-Adresse, Gateway und DNS-Server an Geräte im Netz.
DKIM – DomainKeys Identified Mail
Signiert ausgehende E-Mails kryptografisch, damit Empfänger Absender und unveränderten Inhalt prüfen können.
DMARC – Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance
Legt fest, was Empfänger bei fehlgeschlagener SPF- oder DKIM-Prüfung tun sollen, und liefert Berichte darüber.
DMZ – Demilitarized Zone
Abgeschirmter Netzbereich zwischen Internet und internem Netz für öffentlich erreichbare Server.
DNS – Domain Name System
Übersetzt Namen wie example.org in IP-Adressen und umgekehrt.
DNSSEC – DNS Security Extensions
Signiert DNS-Antworten, damit gefälschte Antworten erkannt werden.
DSGVO – Datenschutz-Grundverordnung
EU-Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten.

E

ECC-RAM – Error-Correcting Code Memory
Arbeitsspeicher, der einzelne Bitfehler erkennt und korrigiert. Üblich in Servern.
EOL – End of Life
Das Produkt wird nicht mehr weiterentwickelt und erhält keine Sicherheitsupdates mehr.

F

FIDO2 – Fast IDentity Online 2
Standard für passwortlose Anmeldung, zum Beispiel mit Sicherheitsschlüssel oder Passkey.
FQDN – Fully Qualified Domain Name
Vollständiger Rechnername einschließlich Domain, zum Beispiel server.example.org.
FTP – File Transfer Protocol
Protokoll zur Dateiübertragung. Reines FTP ist unverschlüsselt; sicher sind FTPS (mit TLS) und SFTP (über SSH).

G

GPO – Group Policy Object
Richtlinie in Active Directory, mit der Einstellungen zentral auf Benutzer und Computer verteilt werden.
GPU – Graphics Processing Unit
Grafikprozessor. Auch für rechenintensive Aufgaben wie KI und Videobearbeitung.
GUI – Graphical User Interface
Grafische Benutzeroberfläche mit Fenstern, Menüs und Maus.

H

HA – High Availability
Hochverfügbarkeit. Ein System ist so aufgebaut, dass der Ausfall einer Komponente den Dienst nicht unterbricht.
HBA – Host Bus Adapter
Steckkarte, die einen Server mit Speichersystemen verbindet, etwa per Fibre Channel oder SAS.
HDD – Hard Disk Drive
Festplatte mit rotierenden Magnetscheiben. Günstig und groß, aber langsamer als eine SSD.
HSTS – HTTP Strict Transport Security
Weist den Browser an, eine Website künftig nur noch über HTTPS aufzurufen.
HTTP / HTTPS – Hypertext Transfer Protocol (Secure)
Protokoll für Webseiten. HTTPS ist die mit TLS verschlüsselte Variante.
Hypervisor
Software, die Hardware auf mehrere virtuelle Maschinen aufteilt, zum Beispiel ESXi, Hyper-V oder KVM.

I

IaaS – Infrastructure as a Service
Cloud-Modell: Server, Speicher und Netz werden gemietet, Betriebssystem und Software verwaltet man selbst.
IDS / IPS – Intrusion Detection / Prevention System
Erkennt Angriffe im Netz (IDS) und kann sie zusätzlich blockieren (IPS).
IMAP – Internet Message Access Protocol
Liest E-Mails direkt auf dem Server. Die Nachrichten bleiben dort und sind auf mehreren Geräten gleich.
IoT – Internet of Things
Internet der Dinge. Vernetzte Geräte wie Sensoren, Kameras oder Haustechnik.
IP – Internet Protocol
Grundprotokoll des Internets. Jedes Gerät erhält eine IP-Adresse (IPv4 oder IPv6).
IPMI – Intelligent Platform Management Interface
Standard zur Fernverwaltung der Server-Hardware, auch ohne Betriebssystem. Ermöglicht Ein- und Ausschalten und Konsolenzugriff.
iSCSI – Internet Small Computer Systems Interface
Überträgt Blockspeicher (wie eine lokale Platte) über ein normales IP-Netz.
ISP – Internet Service Provider
Anbieter des Internetzugangs.

J

JBOD – Just a Bunch Of Disks
Mehrere Platten ohne RAID, jede einzeln oder zu einem großen Volumen verkettet.
JSON – JavaScript Object Notation
Textformat für strukturierte Daten, weit verbreitet bei APIs.

K

KVM – Kernel-based Virtual Machine / Keyboard Video Mouse
Zwei Bedeutungen: Virtualisierung im Linux-Kernel, oder ein Umschalter, mit dem mehrere Rechner über einen Satz Tastatur, Monitor und Maus bedient werden.

L

LACP – Link Aggregation Control Protocol
Bündelt mehrere Netzwerkleitungen zu einer logischen Verbindung mit mehr Bandbreite und Ausfallschutz.
LAN – Local Area Network
Lokales Netzwerk, etwa in einem Haus oder Firmengebäude.
LDAP – Lightweight Directory Access Protocol
Protokoll zum Abfragen und Pflegen von Verzeichnisdiensten, zum Beispiel für zentrale Benutzerkonten.
LTO – Linear Tape-Open
Standard für Magnetbänder in der Datensicherung. Gut für große Datenmengen und Offline-Archive.
LUN – Logical Unit Number
Einzelnes Speichervolumen, das ein Speichersystem (SAN) einem Server zur Verfügung stellt.
LVM – Logical Volume Manager
Linux-Schicht, die Platten zu flexibel veränderbaren Volumes zusammenfasst.

M

MAC-Adresse – Media Access Control Address
Weltweit eindeutige 48-Bit-Hardwareadresse einer Netzwerkschnittstelle.
MDM – Mobile Device Management
Zentrale Verwaltung und Absicherung von Smartphones und Tablets.
MFA – Multi-Factor Authentication
Anmeldung mit mehreren Faktoren, zum Beispiel Passwort plus Einmalcode oder Sicherheitsschlüssel.
MTA – Mail Transfer Agent
Mailserver-Software, die E-Mails annimmt und weiterleitet, zum Beispiel Postfix oder Exim.
MTU – Maximum Transmission Unit
Größtes Datenpaket, das ohne Zerlegung übertragen wird. Bei Ethernet meist 1500 Byte.
MX – Mail Exchanger
DNS-Eintrag, der angibt, welcher Server E-Mails für eine Domain annimmt.

N

NAS – Network Attached Storage
Speichergerät im Netzwerk, das Dateien per SMB oder NFS bereitstellt.
NAT – Network Address Translation
Übersetzt private IP-Adressen in eine öffentliche Adresse. Ermöglicht, dass viele Geräte hinter einer Adresse ins Internet gehen.
NFS – Network File System
Protokoll für Dateifreigaben, vor allem in Linux- und Unix-Umgebungen.
NIC – Network Interface Card
Netzwerkkarte beziehungsweise Netzwerkanschluss eines Geräts.
NTP – Network Time Protocol
Synchronisiert die Uhrzeit von Geräten über das Netz. Wichtig für Logs, Zertifikate und Anmeldung.
NVMe – Non-Volatile Memory Express
Schnelles Protokoll für SSDs, die direkt über PCIe angebunden sind.

O

OSI-Modell – Open Systems Interconnection Model
Referenzmodell mit sieben Schichten (Bitübertragung bis Anwendung), um Netzkommunikation zu beschreiben.
OSPF – Open Shortest Path First
Routing-Protokoll für Netze innerhalb einer Organisation. Berechnet den kürzesten Weg.
OTP – One-Time Password
Einmalpasswort, das nur für eine Anmeldung gültig ist.
OVA / OVF – Open Virtualization Appliance / Format
Standardformat, um fertige virtuelle Maschinen zwischen Hypervisoren zu übertragen.

P

PaaS – Platform as a Service
Cloud-Modell: Man liefert nur die Anwendung, Plattform und Betrieb übernimmt der Anbieter.
PDU – Power Distribution Unit
Verteiler für Strom im Serverschrank, teils mit Messung und Fernschaltung.
PoE – Power over Ethernet
Versorgt Geräte über das Netzwerkkabel mit Strom.
POP3 – Post Office Protocol Version 3
Holt E-Mails vom Server ab und löscht sie dort in der Regel danach (einstellbar).
PTR – Pointer Record
DNS-Eintrag, der einer IP-Adresse einen Namen zuordnet (Reverse-DNS). Wichtig für die Mail-Zustellung.
PXE – Preboot Execution Environment
Startet einen Rechner über das Netzwerk, zum Beispiel für die automatische Installation.

Q

QoS – Quality of Service
Priorisiert bestimmten Datenverkehr, zum Beispiel Telefonie vor Downloads.

R

RAID – Redundant Array of Independent Disks
Verbund mehrerer Platten für Ausfallsicherheit oder Geschwindigkeit. Kein Ersatz für ein Backup.
RAM – Random Access Memory
Arbeitsspeicher. Schneller, flüchtiger Speicher, dessen Inhalt beim Ausschalten verloren geht.
RDP – Remote Desktop Protocol
Microsoft-Protokoll für den Fernzugriff auf einen Windows-Desktop.
RPO – Recovery Point Objective
Wie viel Datenverlust (gemessen in Zeit) nach einem Ausfall höchstens hinnehmbar ist.
RSTP – Rapid Spanning Tree Protocol
Schnellere Variante von STP. Verhindert Schleifen im Netz und schaltet bei Ausfall rasch auf einen anderen Weg.
RTO – Recovery Time Objective
Wie lange die Wiederherstellung nach einem Ausfall höchstens dauern darf.
RTT – Round Trip Time
Zeit, die ein Datenpaket für Hin- und Rückweg braucht. Das, was ein Ping misst.

S

SaaS – Software as a Service
Cloud-Modell: Fertige Software wird als Dienst genutzt, etwa Webmail oder Online-Büroanwendungen.
SAN – Storage Area Network
Eigenes Hochgeschwindigkeitsnetz, über das Server auf zentralen Blockspeicher zugreifen.
SAS – Serial Attached SCSI
Schnittstelle für Server-Festplatten und -SSDs, robuster und schneller als SATA.
SATA – Serial ATA
Übliche Schnittstelle für Festplatten und SSDs in PCs und kleinen Servern.
SFP – Small Form-factor Pluggable
Steckbares Modul für Switches, das elektrische oder optische Anschlüsse bereitstellt. SFP+ ist die 10-Gbit/s-Variante.
SIEM – Security Information and Event Management
Sammelt und wertet Sicherheitsmeldungen vieler Systeme zentral aus und schlägt bei Auffälligkeiten Alarm.
SLA – Service Level Agreement
Vereinbarung über Leistung und Verfügbarkeit eines Dienstes, zum Beispiel 99,9 Prozent im Jahr.
SMB – Server Message Block
Protokoll der Windows-Dateifreigaben (Netzlaufwerke und Drucker).
SMTP – Simple Mail Transfer Protocol
Protokoll zum Versenden und Weiterleiten von E-Mails zwischen Servern.
SNMP – Simple Network Management Protocol
Fragt Zustand und Messwerte von Netzwerkgeräten ab und meldet Ereignisse an eine Überwachung.
SPF – Sender Policy Framework
DNS-Eintrag, der festlegt, welche Server E-Mails für eine Domain versenden dürfen.
SQL – Structured Query Language
Sprache zum Abfragen und Ändern von Daten in relationalen Datenbanken.
SSD – Solid State Drive
Datenspeicher aus Flash-Speicher ohne bewegliche Teile. Deutlich schneller als eine HDD.
SSH – Secure Shell
Verschlüsselter Fernzugriff auf die Kommandozeile und für Dateiübertragung (SFTP).
SSO – Single Sign-On
Einmal anmelden und danach mehrere Dienste ohne erneute Anmeldung nutzen.
STP – Spanning Tree Protocol
Verhindert Schleifen in Switch-Netzen, die sonst Broadcast-Stürme auslösen würden.

T

TCP – Transmission Control Protocol
Verbindungsorientiertes Protokoll mit Empfangsbestätigung und Wiederholung. Grundlage von Web, Mail und vielen weiteren Diensten.
TLS – Transport Layer Security
Verschlüsselung für Datenverbindungen, zum Beispiel bei HTTPS. Nachfolger von SSL.
TPM – Trusted Platform Module
Sicherheitschip, der Schlüssel schützt und etwa für die Festplattenverschlüsselung genutzt wird.
TTL – Time To Live
Gültigkeitsdauer. Bei DNS, wie lange eine Antwort zwischengespeichert werden darf. Bei IP-Paketen, wie viele Router es höchstens durchläuft.

U

UDP – User Datagram Protocol
Verbindungsloses, schnelles Protokoll ohne Bestätigung. Genutzt für DNS, Streaming, Sprache und Spiele.
UEFI – Unified Extensible Firmware Interface
Moderne Firmware, die das BIOS ablöst und das Betriebssystem startet. Unterstützt Secure Boot.
UPS / USV – Uninterruptible Power Supply / Unterbrechungsfreie Stromversorgung
Überbrückt Stromausfälle mit einem Akku und ermöglicht ein geordnetes Herunterfahren.
URL – Uniform Resource Locator
Adresse einer Ressource im Netz, zum Beispiel https://example.org/seite.

V

VDI – Virtual Desktop Infrastructure
Arbeitsplatz-Desktops laufen als virtuelle Maschinen im Rechenzentrum und werden per Netz bedient.
VLAN – Virtual Local Area Network
Teilt ein physisches Netz in logisch getrennte Netze. Siehe auch IT Fachwissen.
VM – Virtual Machine
Virtueller Rechner mit eigenem Betriebssystem, der auf einem Hypervisor läuft.
VPN – Virtual Private Network
Verschlüsselter Tunnel durch ein unsicheres Netz, um sicher auf ein privates Netz zuzugreifen.
VRRP – Virtual Router Redundancy Protocol
Mehrere Router teilen sich eine virtuelle Adresse. Fällt einer aus, übernimmt der andere.

W

WAF – Web Application Firewall
Schützt Webanwendungen vor Angriffen wie SQL-Injection und Cross-Site Scripting.
WAN – Wide Area Network
Weitverkehrsnetz, das Standorte über große Entfernungen verbindet. Das Internet ist das größte WAN.
WLAN – Wireless Local Area Network
Drahtloses lokales Netz nach IEEE 802.11 (Wi-Fi).
WoL – Wake on LAN
Weckt einen ausgeschalteten Rechner über ein spezielles Netzwerkpaket auf.

X

XML – eXtensible Markup Language
Textformat für strukturierte Daten mit frei definierbaren Tags.
XSS – Cross-Site Scripting
Angriff, bei dem Schadcode über eine Website im Browser anderer Nutzer ausgeführt wird.

Y

YAML – YAML Ain't Markup Language
Gut lesbares Textformat für Konfigurationen, häufig bei Docker, Kubernetes und Ansible.

Z

Zero Trust
Sicherheitsmodell: Keinem Gerät oder Nutzer wird automatisch vertraut, jeder Zugriff wird geprüft.
ZFS – Zettabyte File System
Dateisystem mit Prüfsummen, Snapshots und eingebauter Plattenverwaltung. Erkennt und repariert stille Datenfehler.

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